Öffentliche Gerichtsverhandlung am Montag, 2. Juli

Pressemitteilung 

Sudbury-Vertreter: „Lernen aus eigenem Antrieb funktioniert!“

Zwei Jahre nachdem die Regierung die Schule geschlossen hat, entscheidet das Verwaltungsgericht München am Montag, 2.Juli, ob dies rechtswidrig war.

Nach zwei Jahren Schließung wird am Montag, 02. Juli, vor dem Verwaltungsgericht München darüber entschieden, ob die Regierung von Oberbayern der Sudbury Schule Ammersee unrechtmäßig die Weitergenehmigung verweigert hat. Sollten die Schulvertreter Recht bekommen, würde die Sudbury Schule ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Die Verhandlung findet statt am Montag, 02.07.2018, 10 Uhr, im Verwaltungsgericht München, Bayerstr.30, Sitzungssaal 5 im Erdgeschoss.

Die Sitzung ist öffentlich und es werden zahlreiche Freunde, Unterstützer sowie Vertreter weiterer Schulinitiativen erwartet, die alle ein großes Interesse am Ausgang des Verfahrens haben: Obwohl Demokratische Schulen weltweit und auch in fast allen deutschen Bundesländern teilweise seit Jahrzehnten hocherfolgreich arbeiten, werden sie in Bayern systematisch ausgebremst. Die Entscheidung am Montag könnte deshalb auch für andere Initiativen richtungsweisend sein, die in Nürnberg, Würzburg, München, Augsburg, Ingolstadt oder Regensburg in den Startlöchern stehen. Gemeinsam mit der Sudbury Schule Ammersee haben sie sich zur Regionalgruppe Bayern der europäischen Initiative für demokratische Schulen (EUDEC) zusammengeschlossen.

Seit der Schulschließung vor zwei Jahren haben die Sudbury-Vertreter eine Vielzahl von Anstrengungen für die Wiedereröffnung unternommen: Sie haben Gespräche mit Vertretern des Ministeriums und der Regierung geführt, mehrmals vor dem Kultusministerium demonstriert, Schüler haben symbolisch ihre Ranzen an den Nagel gehängt, ein Internationaler Tag der Solidarität wurde ins Leben gerufen. Wissenschaftler, Pädagogen, Fachleute, Verbände, Lehrer, Eltern und Schüler aus dem In- und Ausland haben sich für die Wiedereröffnung ausgesprochen. Dank zahlreicher Spenden konnte sich die Schule auch finanziell über Wasser halten. „Wir sind für all die Unterstützung sehr dankbar, sie hat uns immer wieder Kraft gegeben“, sagt Sudbury-Vertreterin Monika Diop-Wernz.

Die Sudbury-Vertreter sind überzeugt davon, dass die Schüler an der Sudbury-Schule nicht nur die Bildungsstandards erreichen, was die Regierung bezweifelt, sondern darüber hinaus ein vertieftes Wissen erwerben, als Persönlichkeiten reifen und „Herz und Charakter bilden“, wie es das oberste bayrische Erziehungsgesetz fordert. „Wir haben das zwei Jahre lang an der Sudbury Schule erlebt. Unsere Erfahrungen  decken sich mit dem, was an anderen Schulen passiert!“, sagt Monika Diop-Wernz. Dafür, dass Bildungsstandards erreicht werden, spricht auch, dass inzwischen zahlreiche Sudbury-Schüler noch während des laufenden Schulbetriebs oder nach der Schließung ihre Abschlüsse gemacht haben.

In Hinblick auf die Verhandlung am Montag sagt Diop-Wernz: „Die größte Schwierigkeit, die wir sehen, ist, dass die meisten von uns selbst in der Schule mit Druck und Verpflichtungen gelernt haben und es schwerfällt, sich vorzustellen, dass es auch anders gehen kann. Jetzt gilt es darzustellen, dass Lernen aus eigenem Antrieb funktioniert und unglaublich effektiv und umfassend ist.“

 

 

Zurück