Pressemitteilung: Schulschließung nach Recht und Gesetz?

13.05.2018

Am Donnerstag entscheidet der Bildungsausschuss des Bayrischen Landtags über die Petition der Sudbury Schule Ammersee. Die Schulvertreter erheben massive Vorwürfe gegen die Regierung.


„Hat die Regierung bei der Schließung der Sudbury Schule Ammersee nach Recht und Gesetz gehandelt?“ Diese Frage warf Professor Gerhard Waschler, stellvertretender Vorsitzender des Bildungsausschusses des Bayrischen Landtags, in der letzten Sitzung des Ausschusses auf und nahm damit Bezug auf die Petition, die die Vertreter der Sudbury Schule eingereicht hatten.

In der Ausschusssitzung an diesem Donnerstag, 17.05.2018, sollen nun alle wesentlichen Fragen beantwortet werden. Bereits zur letzten Sitzung waren so viele Unterstützer gekommen, dass nicht alle in den Saal passten, dieses Mal dürfte der Andrang mindestens genauso groß sein.
„Die Regierung hat eine Schule geschlossen, die im Aufblühen waren. Ein schlimmer, folgenreicher Fehler! Wir hoffen sehr, dass der Ausschuss diesen korrigiert“, sagt Sudbury-Vertreterin Simone Kosog.
Die Sudbury-Vertreter begrüßten es, dass man die entscheidenden Punkte genau untersuchen wolle: Hätte sich die beurteilende Behörde mehr über die Philosophie der Sudbury Schule schlau machen müssen?“, möchte der Ausschussvorsitzende Martin Güll (SPD) wissen. Beantwortet werden soll auch die Frage, ob die wissenschaftliche Begleitung zu wenig gewürdigt wurden.
Ausschussmitglied Hermann Gehring (Die Grünen) betonte, dass Schulaufsicht in freier Trägerschaft einen eigenen Charakter haben müsse. „Wenn ich nur schaue, ob die Schule wie eine staatliche Schule funktioniert, brauche ich kein Recht auf Schulen in freier Trägerschaft.“ Gehring wies darauf hin, dass an der Sudbury Schule „Kinder, die teilweise die Schule nicht mehr besuchen konnten, hier wieder Lernfreude entwickelt und Schüler mit Diagnosen wie Dyskalkulie, Legasthenie, Asperger, ADHS sich positiv entwickelt haben.“
Die Sudbury Schule Ammersee war von der bayrischen Regierung nach zwei erfolgreichen Schuljahren 2016 geschlossen worden. Seitdem setzen sich die Schulvertreter für die Wiedereröffnung ein und haben eine Klage gegen die Regierung eingereicht, über die das Verwaltungsgericht München am 2.Juli entscheiden wird.
In ihrer Petition erheben sie schwere Vorwürfe gegen die Schulaufsicht von Oberbayern:
Sachbearbeitern mangle es an Kompetenz und Sachkenntnis über ein international bewährtes Schulkonzept.
Die Regierung habe die (positiven) Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung ignoriert.
Die Vertreter der Schulaufsicht hätten sich bei ihrer Inspektion grenzüberschreitend verhalten, ein Schüler sei zusammengebrochen. Dienstaufsichtsbeschwerden von Eltern seien nicht ernst genommen worden.
Die Schule sei ausschließlich nach Kriterien der Regelschulen begutachtet, das spezielle Konzept nicht berücksichtigt worden.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: Monika Wernz, monika.wernz@sudbury-muenchen.de, 0176 – 32951459 oder Simone Kosog, simone.kosog@sudbury-muenchen.de, 0171 - 1906752

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