Entscheidung über Sudbury-Petition erneut vertagt

Bildungsausschuss überprüft, ob die Schließung der Sudbury Schule rechtmäßig war

Der Sitzungssaal 2 im Bayrischen Landtag war bis auf den letzten Platz gefüllt, als am gestrigen Donnerstag der Bildungsausschuss tagte. Zahlreiche Unterstützer, Eltern und Schüler waren gekommen, um die Diskussion um die Petition der Sudbury Schule Ammersee mit zu verfolgen – einige mussten sogar draußen warten, wurden aber in den Saal gebeten, als der Tagesordnungspunkt aufgerufen wurde – und bekamen aufgrund des begrenzten Platzes Ehrenplätze: Die Schüler saßen direkt im Kreise der Abgeordneten.
Eine Entscheidung erlebten sie dennoch nicht: Nach halbstündiger Beratung entschied der Ausschuss, die inhaltliche Diskussion noch einmal zu verschieben. Damit soll der Regierung Zeit gegeben werden, auf die Klagebegründung zu reagieren, die die Schulvertreter vor einigen Wochen beim Verwaltungsgericht eingereicht hatten. Am 2.Juli wird das Gericht über die Klage der Schule, die parallel zur Petition läuft, entscheiden.
Trotz der erneuten Verschiebung gingen die Schulvertreter hoffnungsvoll aus der Sitzung. „Es war herauszuhören, dass alle Fraktionen ein Interesse daran haben, der Sache auf den Grund zu gehen und zu überprüfen, was an unseren Punkten dran ist“, sagte Pressesprecherin Simone Kosog.
Die Schulvertreter erheben in ihrer Petition schwere Vorwürfe gegen die Bayrische Verwaltungsbehörde:
Sachbearbeitern mangle es an Kompetenz und Sachkenntnis über ein international bewährtes Schulkonzept.
Die Regierung habe die (positiven) Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung ignoriert.
Die Vertreter der Schulaufsicht hätten sich bei ihrer Inspektion grenzüberschreitend verhalten, ein Schüler sei zusammengebrochen. Dienstaufsichtsbeschwerden von Eltern seien nicht ernst genommen worden.
Die Schule sei ausschließlich nach Kriterien der Regelschulen begutachtet, das spezielle Konzept nicht berücksichtigt worden.
Der Ausschussvorsitzende Martin Güll (SPD) sagte: „Die Frage, die wir uns stellen sollten: Ist der Genehmigungsprozess und die daraus erfolgende Ablehnung korrekt gewesen?“ Und Prof. Gerhard Waschler (CSU), stellvertretender Vorsitzender, betonte, dass dies keine alltägliche Petition sei. „Wir haben uns intensiv mit den Dingen beschäftigt.“
Dem Begehren der Regierung, die Entscheidung auf einen Zeitpunkt nach der Gerichtsverhandlung zu verschieben, folgte der Ausschuss nicht. Stattdessen wurde als neuer Termin der 17.Mai festgelegt. Keine Frage: Der Saal wird wieder voll werden!

Zurück