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"Wir lieben unsere Schule! Warum respektiert und versteht ihr nicht, dass wir hier lernen wollen?"

Die Regierung will die Sudbury Schule Ammersee schließen, zurzeit darf kein Schulbetrieb stattfinden! Bis zur Entscheidung des Verwaltungsgerichts brauchen wir dringend Unterstützung auf allen Ebenen:

Bitte helft mit, diese einzigartige Schule, die zwei Jahre erfolgreich selbstbestimmtes Lernen ermöglicht hat, für ihre Schüler zu erhalten.

Dazu brauchen wir Öffentlichkeit, kreative und vor allem finanzielle Unterstützung, um die Gehälter der Mitarbeiter, Miete und Gerichts- und Anwaltskosten zahlen zu können.

Nur mit Eurer Hilfe haben wir eine Chance dieses innovative Schulkonzept in Bayern weiter zu praktizieren.

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BIC:  SSKMDEMM

Stichwort: Rettet die Sudbury Schule

Bitte zeichnen: Petition an den Kultusminister

Petition für Sudbury bei WE ACT!
Ein Unterstützer hat für uns eine Petition gestartet, die Sie hier unterzeichnen können, Danke!

Fragen und Antworten zur Situation

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum aktuellen Geschehen.

FAQ's
Wie geht es den Schülern?

Die Situation ist für die ganze Schulgemeinschaft sehr belastend. Eine Schülerin sagt: „Wir lieben unsere Schule. Warum versteht ihr nicht, dass wir hier lernen wollen?“ Zwei weitere Schüler haben auf ein Plakat geschrieben: „Die Schule unserer Wahl wird geschlossen... Demokratie?“

Wieso hat die Regierung der Sudbury Schule Ammersee erst einen Tag vor Ferienbeginn mitgeteilt, dass sie die Schule nicht weitergenehmigt? Hat die Schule hier Fristen versäumt?

Nein!
Der Antrag auf Weitergenehmigung wurde fristgerecht bis zum 31.03.2016 gestellt. Die Regierung hat zum spätestmöglichen Termin reagiert, der Schule blieb keinerlei Spielraum.

Auch das Verwaltungsgericht hat erst unmittelbar vor Schulbeginn entschieden, der Schule keinen vorläufigen Rechtsschutz zu gewähren. Wie ist das zu bewerten?

Für uns war dies ein Schock! Die ganzen Ferien über hatten wir uns bereitgehalten, zu einer eventuellen Anhörung geladen zu werden. Dass dann plötzlich eine so schwerwiegende Entscheidung aufgrund der Aktenlage getroffen wurde, hätten wir uns nie vorstellen können. Wir waren uns sicher, dass man uns zumindest anhört, bevor man eine ganze Schulgemeinschaft auseinanderreißt.
Die Nachricht erreichte uns einen Tag vor Schuleröffnung. Noch am gleichen Tag forderte uns die Regierung auf, bis 17 Uhr mitzuteilen, an welchen Schulen die Kinder nun angemeldet sind. Auch wurde uns bereits am ersten Tag ein Bußgeld von 10 000 € angedroht, sollten wir die Schule wieder aufmachen. Da wird mit einer unglaublichen Härte vorgegangen. Unterstützer und Experten aus ganz Bayern haben uns versichert, dass sie so etwas noch nie erlebt haben.

Die Vertreter der Regierung behaupten, dass die Schule Auflagen nicht eingehalten haben und Bildungsstandards nicht erreicht würden. Stimmt das?

Nein!
Die Schule hat sich an sämtliche Auflagen gehalten. Laut Genehmigungsbescheid muss sie nachweisen, dass sie in Bezug auf das Erreichen der bayrischen Bildungsstandards nicht hinter den öffentlichen Schulen zurückbleibt. Dies wurde von Seiten der Schule für die Behörden ausführlich dargestellt und belegt:
 
1. haben wir detaillierte Berichte über die Lerninhalte und Lernfortschritte jedes einzelnen Schülers abgegeben. Von der Regierung waren hier immer wieder neue Forderungen gekommen, bis aber auch sie schließlich erklärt hatte, dass die Berichte formal wie inhaltlich ausreichend sind! Schriftliche Aussagen hierzu liegen vor. Aus den Berichten geht klar hervor, wie und welche Bildungsstandards durch selbstbestimmtes Lernen z.B. bei Lernverabredungen, durch informelles Lernen, vielfältige Projekte, Spielen, Teilnahme an demokratischen Prozessen oder Kommunikation erreicht werden. 


Betonen möchten wir, dass diese Art der Dokumentation für uns ein Kompromiss ist, den wir eingegangen sind. Wir haben den Behörden ausführlich dargelegt, wie und was alles an unserer Schule gelernt wird. Das ursprüngliche Sudbury-Konzept sieht keine Dokumentation und Beurteilungen von außen vor, es sei denn, die Schüler wünschen dies ausdrücklich. Wir respektieren die Privatsphäre der Schüler. Mit Genehmigung durch die Schüler (SV) erstellten wir die individuellen Berichte für die Behörden. 

Prinzipiell sehen wir, dass Lernen immer und überall stattfindet und eine Vielzahl von Lernprozessen von außen nicht einmal sichtbar ist. Beispielsweise konnte einer unserer Schüler plötzlich lesen, obwohl er dies nicht aktiv geübt hatte.
Das Sudbury-Konzept vertraut darauf, dass die Schüler alle Fertigkeiten erlernen, die wichtig sind, um in unserer Gesellschaft Erfolg zu haben. Lesen, Schreiben, Rechnen und viele andere Dinge gehören dazu.

 

2. hat sich die Sudbury Schule Ammersee wissenschaftlich begleiten lassen - auch dies war Bestandteil der Genehmigung. In den Berichten der Wissenschaftlerin wird sehr konkret auf das Erreichen von Bildungsstandards eingegangen. Sie zeigt auf, wie die Bildungsstandards im alltäglichen Leben erreicht werden und erreicht werden können. 


3. haben sich schon zwei Schülerinnen bei uns auf ihren Abschluss (Quali) vorbereitet und ihn auch erfolgreich an der Partnerschule in Rott abgelegt.


4. gibt es sogar Schüler, die an der Sudbury Schule sehr viel leistungsfähiger sind, als an ihrer alten Schule. Manche sehen sich überhaupt erst wieder in der Lage, die Schule zu besuchen, nachdem es ihnen an ihrer vorherigen Schule aus unterschiedlichen Gründen schlecht ging, sie teilweise in psychologischer Behandlung waren. Auch begannen z.B. Schüler mit Diagnose "Legasthenie" und Lernblockaden, sich freiwillig wieder mit Lesen und Schreiben zu beschäftigen. 

Für uns ist aber auch nicht stimmig, wenn Schule ständig auf das Lernen von Bildungsstandards reduziert wird. Für uns geht es bei Schule um viel mehr: um echte Selbst- und Mitbestimmungsrechte, um menschliches Wachsen und Gemeinschaft.

 

Muss sich die Regierung denn auch an Auflagen halten?

Die Sudbury Schule Ammersee konnte nur genehmigt werden, weil hier ein besonderes pädagogisches Interesse vorliegt. Die Regierung als Schulaufsichtsbehörde wäre in der Verantwortung gewesen zu überprüfen, ob die Schule dieses einhält. Dies ist nicht passiert.

Wichtige Aspekte des besonderen pädagogischen Interesses:
1. Demokratie als soziale Lebensform ( konsequent demokratische Strukturen, gleichberechtigte Teilhabe aller Schulmitglieder an der Entscheidungsfindung und allen Angelegenheiten die Schule betreffend, Schulversammlung als höchstes Organ)
2. Konsequente Selbstbestimmung und selbstbestimmtes Lernen 
3. konsequente Altersmischung aller „Jahrgangsstufen"
 
Hier hätte die Regierung Fragen wie diesen nachgehen müssen:

- Haben die Schüler wirklich ein gleichberechtigtes Stimmrecht bei allen
Entscheidungsfindungen? 
Entscheiden die Schüler wirklich über ihre Lerninhalte und Ziele, über Formen und Wege? 
Wie profitieren die Schüler in einer altersgemischten Umgebung voneinander, auch in Bezug auf die Bildungsstandards?

Wie finden Wahlen statt? Delegiert die Schulversammlung Aufgaben und verteilt Verantwortlichkeiten?  
Wie werden die Schüler von den Mitarbeitern unterstützt? Wie ist die Beziehung zwischen Schülern und Mitarbeitern?
Fördert die Schule all die sozialen Kompetenzen wie Teamfähigkeiten, Respekt, Solidarität, Toleranz, Konfliktlösungsfähigkeit?
Ist der Raum für intrinsisches wie informelles lernen gegeben und wird dieses unterstützt?

Keiner dieser Fragestellungen gingen die Regierungsvertreter nach. 

Was sagt das Kultusministerium zu der ganzen Sache?


Unser Ansprechpartner im Kultusministerium war bislang sehr aufgeschlossen. Im Vorfeld der Schuleröffnung vor zwei Jahren hatte es ein Treffen im KuMi gemeinsam mit Regierungsvertretern, Vertretern der Schule und dem israelischen Experten für demokratische Bildung, Yaacov Hecht gegeben, den die Schulvertreter hierfür eigens aus Israel eingeladen hatten. Das Treffen war sehr konstruktiv und sowohl die Vertreter des Kultusministeriums als auch der Regierung waren damals sehr interessiert. Auch jetzt noch, nach Schließung der Schule, wurde Andreas Ofenbach, Sprecher des Kultusministeriums, im Bayrischen Rundfunk mit den Worten zitiert, man habe die Schule immer als Bereicherung gesehen.
Aktuell ist das Kultusministerium zurückhaltend. Deshalb hier nochmal unsere Bitte, die wir bereits bei der Demo vor dem KuMi geäußert hatten: „Sehr geehrter Herr Butz, sehr geehrter Herr Ofenbeck, bitten setzen Sie sich für uns ein!“

Wie konnte es überhaupt zu dieser Eskalation kommen?

Die Schulgründer hatten unglaublich viel Zeit und Energie darauf verwendet, in Bayern überhaupt eine Sudbury Schule eröffnen zu können. Vom Zeitpunkt der Vereinsgründung bis zur Eröffnung der Schule sind neun Jahre (!) vergangen, in denen viel Öffentlichkeitsarbeit gemacht wurde und auch die Kontakte zu den Regierungsvertretern gepflegt wurden.
Nachdem die Schule eröffnet hatte, herrschte noch Offenheit in der Regierung. Wie schon im Vorfeld schlugen die Schulgründer immer wieder Brücken und luden nationale wie internationale Vermittler ein. Darunter die Professoren Ulrich Klemm und Gregor Lang-Wojtasik sowie der britische Experte für demokratische Bildung, Derry Hannam. Nachdem es hier von Seiten der Regierung anfangs eine Bereitschaft zur Kooperation gab, änderte sich dieses gegen Ende des ersten Schuljahres. Was zu diesem Zeitpunkt passiert ist, ist nach außen unklar. Mag sein, dass die Regierungsvertreter der Mut verließ. Auch ein Sachbearbeiterwechsel spielt hier sicher eine große Rolle!
Die Regierung hat damals den Ton verschärft und es kam zu dem in der Pressemitteilung bereits geschilderten Schulbesuch, bei dem sich jener Vertreter völlig übergriffig und vorurteilsbehaftet verhalten hat. Es fielen Äußerungen wie „Woanders lernst du doch besser!“ und „Das war doch kein richtiger Unterricht!“ Ein Schüler brach aufgrund der Befragung sogar zusammen. Wir sahen uns nun gezwungen, vor der bisherigen Linie des Brückenbauens und Kompromisse-Schließens abzuweichen. Zum Schutz der Kinder handelten wir und erteilten ein Hausverbot für den betreffenden Mitarbeiter.
Den Schulvertretern war klar, dass dies ein einschneidender Moment war. Eltern schrieben an die 15 Dienstaufsichtsbeschwerden, die allerdings alle von der betreffenden Abteilung und ausdrücklich von den betreffenden Personen selbst beantwortet wurden!

Warum hat die Schule Tests abgelehnt?

Unmittelbar, nachdem wir als Schule dem Regierungsvertreter das Hausverbot erteilt hatten und nachdem die Dienstaufsichtsbeschwerden rausgegangen waren, erreichte uns die Forderung, dass wir die Schüler testen lassen sollen! 

Festzustellen ist: Das Konzept sieht keine Testungen vor. Dennoch ist die Schulgemeinschaft nicht prinzipiell gegen Testungen. In einer vertrauensvollen Atmosphäre hätten wir uns vorstellen können, dass Schüler hier freiwillig teilnehmen. Im aktuellen Zusammenhang waren die Tests jedoch eindeutig als Replik auf das Hausverbot zu sehen. Die Schulgemeinschaft hatte nicht das Vertrauen, dass hier fair mit den Schülern umgegangen würde. Zu diesem Zeitpunkt noch haben die Schul-Vertreter übrigens erneut vorgeschlagen, Derry Hannam, Schulinspektor aus England mit viel Erfahrung mit demokratischen Schulen, zum Gespräch und begleitend zu Schulbesuchen einzuladen. Hierauf wurde nicht eingegangen.

Wie geht es jetzt weiter mit dem Gerichtsverfahren?

Nachdem die Regierung den Antrag auf Weitergenehmigung der Sudbury Schule Ammersee abgelehnt hatte, hat der juristische Vertreter der Schule Widerspruch eingelegt und außerdem einen Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz gestellt, mit dem Ziel, dass die Schule den Betrieb bis zum Hauptverfahren aufrecht erhalten kann. Dieser Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz ist nun vom Verwaltungsgericht abgelehnt worden. Das Hauptverfahren allerdings steht noch aus.
Auch gegen die Ablehnung des Antrags auf vorläufigen Rechtsschutz wurde bereits Beschwerde eingereicht, die innerhalb eines Monats begründet werden muss. Anschließend bekommt die Gegenseite Gelegenheit zu einer Stellungnahme. Die Beschwerde wird vom Verwaltungsgerichtshof behandelt. Nach Einschätzung unseres Anwalts kann frühestens im November über diese Beschwerde entschieden werden. Das Hauptverfahren wird erst danach stattfinden, einen Termin hierfür gibt es noch nicht.

Was passiert aktuell?

Wir geben nicht auf! Täglich findet eine Mahnwache um 18.30 Uhr an der Schule statt. Am Feuer kommen die Schulgemeinschaft sowie Unterstützer und Medienvertreter zusammen. Unglaublich ist, welche Unterstützung von allen Seiten kommt: Filmemacher, Professoren, Bildungsexperten, Politiker, Freunde und Visionäre setzen sich mit uns für die Sudbury Schule Ammersee ein. Sie unterstützen mit Petitionen, Experten, Kontakten, aktivieren ihre Netzwerke.
Unser Ziel wäre es, möglichst schnell mit Vertretern der Regierung, des Kultusministeriums, Unterstützern und politischen Entscheidern zusammenzukommen – und so bald wie möglich die Schule wieder eröffnen zu können.

Weitere Informationen unter Aktuelles

Wieso kann Bayern von der Sudbury Schule Ammersee profitieren?

Wir gehen seit Jahren für Vielfalt in der Bildung. Die Sudbury Schule Ammersee möchte einen Beitrag in dieser pluralistischen Bildungslandschaft leisten.
Das selbstbestimmte, demokratische Lernen, wie es hier gelebt wird, wird an unserer Mutterschule, der Sudbury Valley School, seit 50 Jahren mit Erfolg praktiziert, auch in anderen Ländern wie Israel und Frankreich boomen Sudbury-Schulen und finden große Beachtung.
Sudbury-Schüler lernen, in einer demokratischen Gesellschaft zu leben, respektvoll und tolerant miteinander umzugehen, demokratische Werkzeuge zu nutzen. Sie lernen sich selbst kennen, sind kreativ, finden Lösungen, übernehmen Verantwortung – alles, was in dieser Zeit so dringend gebraucht wird.
Und: Aus einer Studie der Sudbury Valley School ging hervor, dass fast alle Absolventen mit ihrem Leben zufrieden sind. Wer würde sich dies nicht für sein Kind wünschen?

"Zum Wohle der Kinder …" ?!?

Eine Vertreterin der Bayerischen Staatsregierung begründete den Entschluss der Regierung, die Sudbury-Schule-Ammersee schließen zu wollen, unter anderem auch damit, dass es "… zum Wohle der Kinder …" sei.

 

Ab heute sammeln wir hier Erfahrungsberichte von Eltern und Schülern, wie sie die Sudbury Schule Ammersee erlebt haben und Erfahrungsberichte, wie sich die momentane Schließung ihrer Schule auf sie auswirkt.

Interview mit einer ehemaligen Schülerin, 30. September 2016

 

„Es liegt in der Natur des Menschen lernen zu wollen!“

Lisa* besuchte seit September 2014 die Sudbury Schule Ammersee. Jetzt hat sie erfolgreich ihre Quali-Prüfungen abgelegt.

 

Lisa, du hast gerade deine Quali-Prüfungen bestanden. Wie geht es Dir?

Gut! Ich freu mich!

Du hast ja schon genaue Pläne, wie es weitergehen soll.

Ich werde auf eine Goldschmiedeschule gehen. Ich hab schon die Zusage! Die haben jedes Jahr extrem viele Bewerbungen. Von 10 Bewerbern wird in der Regel einer genommen.

Vielleicht erzählst du kurz von deiner schulischen Laufbahn. Wie ging es dir, bevor du auf die Sudbury Schule kamst?

An meiner letzten Schule ging es mir schlecht. Ich wurde regelmäßig gemobbt. Irgendwann stand ich auf dem Fensterbrett des Mädchenklos im 3.Stock und wollte runterspringen. Danach konnte ich einfach nicht mehr in  die Schule gehen. Ich war dann fast zwei Jahre zu hause.

Wie war es dann, als du an die Sudbury Schule kamst?

Es war mir vorher zu Hause eigentlich gut gegangen, aber ich hab die Gemeinschaft vermisst. An der Schule habe ich mich von Anfang an ziemlich wohl gefühlt, es war herzlich, familiär. Ich hab mich viel eingebracht: Ich war die erste Schulversammlungsleiterin – eine große Aufgabe. Ich habe für die ganze Schule gekocht und war auch schon Vorsitze im Justizkomitee und Regelprofi – der ist dafür zuständig, die Gesetze der Schule zu kennen.  Man kann sagen, dass ich alle wichtigen Ämter mal hatte.

Welche Bedeutung hat das Justizkomitee für dich?

Eine große! Es gibt auch hier Käbbeleien und manche Leute machen Dinge, von denen ich sag: Das geht gar nicht! Aber es wird sich im Justizkomitee drum gekümmert.

Irgendwann, als ich 16 wurde, habe ich mich dann mehr damit befasst, was ich nach der Schule machen will, dann kam die Idee auf, Goldschmiedin zu werden. An der Schule habe ich mich gezielt damit beschäftigt: Ich habe eigene Ohrringe entwickelt, Dekorationen gemacht, einen Kurs für Perlenarbeiten angeboten.

Wie war es denn für dich, als du jetzt anfangen solltest, dich für die Quali-Prüfungen vorzubereiten?

Nicht sollte – wollte! Das ist der große Unterschied. Ich war motiviert und wollte den Abschluss unbedingt machen, das macht das Lernen unendlich viel leichter. Lange Zeit hatte ich gedacht: Das kann ich eh nicht, dafür bin ich viel zu blöd, aber in dem Moment, als es mir selber besser ging, habe ich mir auch wieder mehr zugetraut.

Wie bist du vorgegangen?

Die Mitarbeiter der Schule haben mir sehr geholfen. Wir haben Kontakt zur Partnerschule in Rott aufgenommen und haben uns informiert über den Stoff, Termine, Prüfungen. Ich habe dann bei uns in der Schule Verabredungen mit den Mitarbeitern getroffen und mich mit ihrer Hilfe auf den Quali vorbereitet.

Welches Fach war am schwierigsten?

Mathe! Da habe ich erst gedacht, das schaffe ich nie! Aber dann haben wir angefangen, den Stoff durchzuarbeiten und irgendwann fand ich den gar nicht mehr so schlimm. Bis ich schließlich sehr zuversichtlich war, dass ich die Prüfung schaffen werde.

Hattest du manchmal das Gefühl, überfordert zu sein?

Absolut! Wer hat das nicht mal? Es gab Tage, an denen ich mich psychisch nicht in der Lage fühlte zu lernen, aber es war mir immer klar, dass ich das durchziehe! Ich habe einfach weitergemacht. Meine Familie hat mich dabei unterstützt und die Mitarbeiter haben mich wiederaufgebaut.

Manche Menschen haben Zweifel daran, dass Schüler freiwillig und aus eigener Motivation genügend lernen. Was sagst du dazu?

Da sollte man sich wirklich keine Sorgen machen! Es liegt in der Natur der Menschen, dass wir neugierig sind und lernen wollen. Jedes Kind entwickelt Interessen und geht denen nach. Es ist doch was Tolles, Lesen und Schreiben zu lernen und ein Riesenerfolg, wenn man zum ersten Mal selbst etwas schreibt. Jeder will das! Aber Voraussetzung ist, dass es einem selbst gut geht.

Stand das für dich im ersten Schuljahr im Mittelpunkt? Dass es dir selbst wieder besser geht?

Ganz genau! Im ersten Jahr hätte ich nie mit meinem Quali anfangen können, das war erst jetzt möglich. Als es mir an meiner alten Schule schlecht ging, konnte ich auch nicht mehr lernen. Da gingen meine Noten in den Keller.

Was hast du sonst an der Sudbury Schule gelernt?

Ich hab gelernt, für mich einzustehen, meine Meinung offen zu sagen, mit der Gemeinschaft umzugehen und Verantwortung zu übernehmen, und ich habe mich selbst noch ein bisschen besser kennengelernt.

Das Interview führte Simone Kosog.
* Name der Schülerin geändert

Bericht eines Schülers, 10 Jahre – 26. September 2016

 

Mir macht die Schule Spass, weil ich hier die Freiheit habe mich selbst zu bewegen und selbst zu bestimmen wo man hingeht, was man macht und all die Sachen, die hier halt an der Schule so üblich sind. Wenn man hier nicht die Grenzen von anderen überschreitet, kann man hier ganz frei sein. 

Ich mach bei der Bienengruppe mit, wir haben Honig geerntet. Letztes Jahr die Milben bekämpft, alles biologisch. 

Ich war auf einer anderen Schule, da gings mir ziemlich schlecht.

Ich lerne hier alles was ich brauche. Das kann man einfach nicht mit einer Regelschule vergleichen. Da muss man in Unterricht gehen, Blätter arbeiten oder halt Prüfungen machen. Hier muss man einfach nur fair gegenüber den anderen bleiben und jeder kann seinen Interessen ausüben. Man wird halt nicht die ganze Zeit von Lehrern verfolgt und es wird geschaut, dass jemand was Falsches macht. Das hat mich an meiner alten Schule ziemlich gestört.

Ich lerne hier auch Verantwortung für mich selbst und ein Haufen anderer Sachen, die man halt oft in Regelschulen nicht lernt. Das ist ziemlich toll, dass ich das während meiner Schulzeit lernen kann. 

Ich lerne hier schon auch Deutsch und Mathe. Ich kümmere mehr darum Fakten zu zählen, z.B. Raubvogelbestände zu zählen, in Kästchen einzutragen, welche ich gesehen habe und dann das Ergebnis zusammenzutragen. Dann im Monat trage ich die Ergebnisse der Woche zusammen und am Ende des Schuljahres trage ich die Ergebnisse vom ganzen Jahr zusammen.

Ich lerne hier z. B. Schreiben und Addition gleichzeitig. Das lerne ich halt dadurch, dass ich das selber mache. 

Lernen bedeutet für mich, dass Erwachsene nicht hinter mir her rennen und mir sagen, jetzt musst du das machen, jetzt das, jetzt ist dieses Fach, dann dieses Fach. Das gehört für mich zum lernen. Für mich gehört zum Lernen, dass ich selbst entscheide, das will ich jetzt von diesem zu jenem Zeitraum machen. Dann tue ich z. B. kapieren, wieviel Raubvögel da oben einfach vorbeikommen. Dieses Lernen macht halt Spass. 

Respekt bedeutet für mich, dass halt niemand Gewalt ausüben darf. 

Es bedeutet für mich, dass die Erwachsenen nicht sagen, hier darfst du das machen, hier das, das ist an dem Platz untersagt. 

Respekt ist, dass alle Gleichberechtigt sind und man mir nicht sagt, jetzt machst du mal Deutsch, jetzt machst du mal Mathe, jetzt Biologie, jetzt Chemie, Physik z. B. das wäre für mich nicht Demokratie und das Ganze. 

Ein Schüler, 10 Jahre

Ulrich Hergert, Vater – 26. September 2016

 

Heute ist Montag, der 26. September 2016

Gerade kommt unsere Tochter von ihrem „ersten“ Schultag an der zuständigen Mittelschule nach Hause. Sie hatte gestern Nacht spontan entschieden, dass sie diese Woche zur Probe auf die hiesige Schule gehen möchte. Nächste Woche evtl. zur Probe auf die zuständige Realschule.

Nach vier Stunden Unterricht steht sie wieder in der Tür und berichtet davon, dass sie sich in dieser Schule hoffnungslos unterfordert fühlt. „Englisch is voll easy und GSE auch“. Ihr kommt es so vor, als ob sie wesentlich mehr könne, als die anderen Schüler dieser Klasse. Sie wurde nicht vorgestellt, lediglich vom Lehrer nach ihrem Namen gefragt. Es gab keine Zeit zum Kennenlernen, stattdessen musste sofort UNTER-RICHTET werden, angefangen mit einem Vokabeltest!

Wie soll Integration funktionieren, wenn die Zeit angeblich nichtmal dafür ausreicht, Neuzugänge während des Schuljahres in die Klasse einzubinden?
Welche Wertigkeit drängt sich diesen Schülern auf, wenn sie doch nur aus Verwaltungsgründen in eine Klasse gesetzt werden?
Wo bleibt der Respekt, den sich die Behörden von uns allen erwarten?

Am liebsten würde unsere Tochter wieder auf die Realschule gehen. Aber das ist – zumindest in ihrer Jahrgangsstufe – ohne Aufnahmeprüfung nicht möglich. Und die Prüfungen sind bereits gelaufen – so die Aussage der Schulleitung.
Fassen wir zusammen.

Die Regierung von Oberbayern schließt die Sudburyschule Ammersee. Nach geltendem Recht sind die Eltern verpflichtet ihre Kinder auf die Schule zu schicken (Schulpflicht). Die Schule, die zur Aufnahme der Schüler verpflichtet ist, kann keine adäquate Ausbildung anbieten, das Nievau ist einfach viel zu niedrig und unsere Tochter ist absolut unterfordert. Die Schule, die für ihren Wunsch nach Bildung das entsprechende Alters- und Lernniveau anböte, darf sie nicht in ihrer Klasse besuchen, weil sie eine Aufnahmeprüfung Anfang September hätte bestehen müssen. Sie muss dort jetzt die vorherige Klasse wiederholen und ist dadurch deutlich die Älteste.

Der Freistaat verhindert damit aktiv eine adäquate Ausbildung und Beschulung seiner Kinder und stellt uns Eltern an den Rande der Kriminalität, weil wir derzeit keine vernünftige, kindgerechte, freie oder gar selbstbestimmte Alternative zum weltweit etablierten und hervorragend funktionierenden Sudburyschulsystem sehen!!!
Die eigentliche Katastrophe ist aber das Unwohlsein unserer Kinder, die in dieser verrückten Situation von äußeren Kräften hin und hergezogen werden!

Wo ist die Regierung hier um das Wohlergehen der Kinder bemüht?
Woran lässt sich an der Sudburyschule ablesen, dass Lernziele gleichwertiger staatlicher Schulen angeblich nicht erreicht wurden?
Wem schadet es, wenn Kinder frei, demokratisch, selbstbestimmt, aktiv, selbstbewusst und selbstverantwortlich aufwachsen?

Ulrich Hergert

Sarah, Schülerin, 13 Jahre – 28. September 2016

 

Wenn ich zurückdenke,  was mir die Sudbury Schule in den fast zwei Jahren gegeben hat, denke ich, dass sie mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben hat, meine eigene Selbstsicherheit, der Umgang mit Menschen. Ich habe Respekt mit Menschen gelernt, ich habe gelernt meine innerlichen Stärken zu finden, mich selbst mehr zu finden.

Lernen bedeutet für mich, dass ich aus mir selbst heraus etwas machen möchte.

Bei mir ist es so, wenn mich jemand zwingen würde, macht es mir auch kein Spass und ich mache es dann auch nicht gescheit und dann lerne ich es auch nicht richtig. Lernen ist was tolles, wenn es freiwillig kommt.

Wenn ich was will, z.B. auch einen Abschluss, dann würde ich das auch machen und intensiv dafür lernen. 

Ich will erstmal herausfinden, was ich machen will, was ich dafür brauche und klar würde ich das dann auch machen, aber es ist doch erstmal wichtig herauszufinden, was man wirklich will. 

Alle sagen immer man braucht doch aber Schreiben, Lesen und Rechnen im Leben und ich sage dann immer: Ja wenn man das im Leben braucht, dann kann man das doch auch im Leben lernen. 

Ich lerne viele Deutsch und Mathe Sachen in der Schule. Ich muss immer wieder Schreiben in der Schule. Bei meinen Projekten, Anzeigen schreiben, Anträge... Z.B als ich Spenden gesammelt habe für die Frankreichreise und die Cocktailbar organisiert habe, da musste ich immer wieder ganz viel rechnen. 

Das lernt man dann so im Leben, weil man es braucht, man macht seine Sachen, kommt in Kontakt damit und lernt es.

Respekt bedeutet für mich, dass z.B. die Erwachsenen nicht die ganze Zeit Kinder herum kommandieren. Ich finde das respektlos.

Respekt ist auch zu lernen einen guten Umgang mit anderen zu haben.

Es bedeutet für mich,  dass es nicht O.K. ist wenn man Leute z.B. mobbt. 

Von diesen Sachen bekommt man oft in der Regelschule nicht viel mit. Hier an der Schule ist es gut, hier kann man Anzeigen schreiben und wir lernen respektvoll damit umzugehen.  

Ich fühle mich wahnsinnig wohl auf meiner Schule und das finde ich das Wichtigste.

Ich lerne hier die ganze Zeit etwas, ständig etwas Neues. Ich tue hier viel und lerne und fühle mich hier einfach wohl.

Ich mache hier auch viel mit den jüngeren Kindern, z. B. auch  Lernspiele, da lerne ich auch. Ich lerne hier die ganze Zeit. 

Verantwortung ist für mich, z. B. wenn ich eine Anzeige bekomme und dann auch eine Konsequenz, wenn man es dann zugibt, dass man Mist gebaut hat und die Konsequenz dann macht.  

Wenn ich meine Konsequenz z.B. nicht mache, dann übernehme ich nicht Verantwortung, da hab ich die Haltung, ach ist mir doch egal. 

Aber wenn ich Mist gebaut habe, die Konsequenz annehme, dann übernehme ich Verantwortung. 

Hier an der Schule hat jeder für sich selber Verantwortung, das heisst nicht, dass ich jetzt die Verantwortung an die Lehrer abgegeben kann.  

Auf der Regelschule hatte ich nie eine Verantwortung für mich selber und hab die Verantwortung immer an die anderen abgegeben, hier hab ich sie für mich selbst und das finde ich gut. 

Sarah, 13 Jahre

Über eine Sudbury-Absolventin – 4. August 2016

Bericht vom 4. August 2016 über eine Sudbury-Absolventin, die gerade ihren Qualifizierenden Mittelschulabschluss erlangt hat.

Meine Tochter hat die Sudbury-Schule Ammersee zwei Jahre lang besucht und mit dem Qualifizierenden Mittelschulabschluss abgeschlossen. Ab September wird sie die Goldschmiedschule besuchen, an der sie einen der äußerst begehrten Plätze erhalten hat (nach erfolgreichem Durchlaufen des Aufnahmeprozederes und Ablegen der Aufnahmeprüfung).

Die Sudbury-Schule war für meine Tochter und die gesamte Familie ein absoluter Glücksfall. Diese Schule muss auf alle Fälle erhalten bleiben, da sie auf optimale Weise die eigentlich natürlich vorhandene Eigenmotivation der Kinder bewahrt oder, falls diese schon gestört ist, wie es bei meiner Tochter der Fall war, wiederbelebt. Diese Schule bietet die Grundlage dafür, dass die Kinder ihre individuellen Begabungen und so auch ihre Berufung entdecken und herausarbeiten können und, durch die hier gelernte Eigenverantwortlichkeit werden sie damit mit größter Wahrscheinlichkeit auch erfolgreich werden. 

Für uns war die Sudbury-Schule die Rettung, da meine Tochter seit Einschulung immer wieder schwerwiegende Probleme mit dem Regelschulsystem hatte. Als sehr sensible und höchst soziale Persönlichkeit litt sie vielleicht mehr als andere unter der altershomogenen Klassenstruktur mit der üblichen Konkurrenz untereinander und reagierte mit beträchtlichen Symptomen. In der 6. Klasse war sie (obwohl durch und durch kreativ veranlagt) Klassenbeste, worauf sie wie selbstverständlich auf den M-Zweig wechselte. Hier wurde sie dann so unglücklich, dass sie auch die Freude am Leben verlor. Sie verweigerte den Schulbesuch komplett. Eineinhalb Jahre waren wir in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen und Behörden auf der Suche nach einer Lösung. In dieser Zeit zu Hause erholte sie sich und nutzte die Zeit unter anderem für ihre Kreativität und um sich in eigene Projekte zu vertiefen. 

Schon im Vorfeld der Eröffnung der Sudbury-Schule 2014, brachte sich meine Tochter äußerst engagiert in die Vorbereitungen mit ein. Unter anderem bereitete sie sich mit den Mitarbeitern darauf vor, bis zu den ersten Wahlen im neuen (ersten) Schuljahr die Schulversammlung zu leiten (das Hauptorgan in der demokratischen Struktur der Schule). Diese Versammlung fand anfangs  mehrmals wöchentlich statt, später, bis auf Sonderversammlungen, noch einmal in der Woche. (Da sie die Leitung so umsichtig, kompetent und verantwortungsvoll ausführte, wurde sie dann auch wiedergewählt.)

Im Laufe ihrer zwei-jährigen Schulzeit brachte sie sich in den unterschiedlichsten Gremien (z.B. dem Justizkommitee) ein und war sehr initiativ indem sie unter vielem Anderem anfing die Schule zu bekochen. An der Schule konnte sie ihre kreative Schaffenslust voll ausleben, genoss es zur Schule zu gehen und vertiefte ihre Sozial- und anderen Kompetenzen. Neben der Aneignung von Wissen war eine beachtliche Persönlichkeitsreifung zu beobachten.

Als sie sich dann entschied, sich auf den Quali vorzubereiten, ging das gezielte Lernen auf den Abschluss sehr viel geschmeidiger und freudvoller, als damals bei ihrem älteren Geschwister an der Regelschule. Ich spreche hier  von gezieltem Lernen, da das Meiste, was sie hier gelernt hat, durch keinerlei der üblichen Tests oder Abschlüsse nachweisbar sein wird. Dass dies alles aber auch von äußerem Erfolg gekrönt wurde, bestätigt, dass dieses Schulsystem sich definitiv bewährt hat!

Goldschmiedin ist ihr Traumberuf. Dies hat sie an der Sudbury-Schule rausgefunden und hier auch schon eifrig eigene Schmuckkreationen hergestellt und sich eine wunderschöne Bewerbungsmappe zusammengestellt. Dadurch hat sie sich optimale Voraussetzungen geschaffen, um nun tatsächlich an der Goldschmiedschule angenommen worden zu sein und um diese auch erfolgreich zu beenden.

Momenten ist sie kurz davor ihre Führerscheinprüfung abzulegen und schaut zuversichtlich einer vielversprechenden Zukunft entgegen.   

Vor einiger Zeit machten wir am Campingplatz Bekanntschaft mit einer Familie. Der Vater ist Vorstand einer großen Firma und auch involviert in die Personaleinstellung. Er versicherte mir, er würde meine Tochter sofort einstellen, da sie über Kompetenzen verfügen würde, die leider absolut selten anzutreffen wären. In dieser Firma würden sie auch Schulzeugnisse kaum mehr beachten, da sie nach ihren Erfahrungen absolut nichtssagend wären.

Fazit: Die Sudbury-Schule ist das Beste, was uns passieren konnte!

Brief eines Vaters an den Richter  – 28. September 2016

 

Sehr geehrter Richter,

Als Vater unseres 11-jährigen Sohnes möchte ich mich für das Fortbestehen der Sudbury-Schule-Ammersee einsetzen.

Die demokratische Schule ist die selbstgewählte Schulform unseres Sohnes und es gäbe für ihn keine Alternative.

In meinen Augen verändert sich das Bewusstsein der Heranwachsenden, denn was unser Sohn nicht gewählt hat wird er auch nicht tun.

Was mir als erstes auffiel nach dem Wechsel auf die demokratische Schule ist die Unvoreingenommenheit und Offenheit mit der er auf fremde und unbekannte Menschen und Situationen zuging. Es ist eine Lebensbejahende Haltung und ein konstruktives, pro-blem - bewusstes Denken das sich in kurzer Zeit entwickelt hat.

Über alles Weitere brauche ich mir keine Sorgen zu machen, denn wenn ein Wille entstanden ist, dann gibt es eben auch den Weg dazu. 

Wenn man jetzt die Sudburry-Schule mit den üblichen Parametern messen wollte, wird man vielleicht feststellen, dass es nicht die gleichen Ergebnisse gibt wie in den herkömmlichen Schulformen, aber das liegt nicht an der demokratischen Schulform, sondern daran, dass die Parameter keine Messergebnisse liefern für Sozialkompetenz, Verantwortungsbewusstsein, Offenheit, Interesse, Motivation, Bereitschaft und Problem-Bewusstsein.

Das alles lässt sich schwer in Zahlen ausdrücken, weil es Erfahrungswerte sind die Voraussetzung sind für messbare Ergebnisse.

Was mich auch sehr verwundert, ist wie grundsätzlich eine so engagierte Initiative wie das „Gründen einer Schule“ behandelt wird.

Von den Initiatoren wird etwas erwartet, was, wenn man die gesellschaftsüblichen Parameter anlegt „unmöglich“ ist:

Sie sollen den Schülern mit ihrer Präsenz zur Seite stehen, sie sollen konzeptionell den Inhalt mit gestalten, sie sollen die Schule finanziell auf sichere Füße stellen ohne direkte Unterstützung und sie sollen oben drauf um das "Recht zu Sein“ kämpfen, was im Moment so sehr die Aufmerksamkeit bindet.

Was ich über die Entwicklung meines Sohnes gelernt habe ist, dass zu jeder Initiative Motivation nötig ist und zu jeder Motivation ein bejahendes Umfeld, der Nährboden auf dem die Samen wachsen können.

Wenn ich aber die Vorgehensweise des Schulamtes betrachte sieht das für mich eher so aus, als wenn diesem, schon sprießenden Keim das Wasser abgegraben werden soll.

Es ist eine wahrhaft hohe Bereitschaft der Initiatoren über die Hürden der bestehenden Strukturen hinweg in sich selbst immer wieder die Motivation aufzubauen „trotzdem“ dran zu bleiben und dieses "Feld zu beackern“, dem das Wasser fehlt.

Und wenn es das ist, was mein Sohn gelernt hat auf der Sudbury-Schule-Ammersee, dann mach ich mir wirklich keine Sorgen mehr  - alles andere ist dann Routine - und wenn ich damit in die Zukunft blicke seh´ ich eine Chance in dieser Welt in der die herkömmlichen Systeme an ihre Grenzen geraten.

Mit großem Respekt vor allen Menschen mit dem Engagement sich für ihre innere Wahrheit einzusetzen,

herzliche Grüße.

Bericht einer Familie an den Richter – 28. September 2016

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir haben 2 Kinder auf der Sudburry Schule Ammersee, und möchten mit diesem Schreiben berichten, wie es dazu kam, wie wir die Entwicklung unserer Kinder in der Zeit als Sudburyschüler sehen und warum es  notwendig, dass diese Schulform in Reichling-Ludenhausen erhalten bleibt

Schulischer Werdegang von unseren Kindern 12 und 7 Jahre alt.

Beide Kinder sind Legastheniker, das ist eine Teilleistungsstörung, damit konnte in der Regelschule keine Integration im Unterricht von den Lehrern organisiert werden.

Diese Kinder sind intelligent und begreifen, dass sie anders sind als die anderen Kinder und jedes Kind drückt diesen Konflikt anders aus. Die Tochter war sozial auffällig und der Sohn ist krank geworden.

Die Tochter hat die 1. Klasse an der Katharinengrundschule in Landsberg besucht und nicht wie die anderen Kinder einen Lernerfolg beim Lesen und Schrifterwerb erzielen können.  Wir haben jeden Tag Hausaufgaben mit ihr gemacht, obwohl die Tochter die Ganztagsklasse besucht hat , am Wochenende war das ein Pensum, welches für sie Stunden Auseinandersetzung bedeutet hat. Sie war sozial auffällig und wir waren im ständigen Kontakt mit der Klassenlehrerin. Wir sollten ein Dokument unterschreiben, dass wir sie jederzeit von der Schule abholen müssen, wenn sie sich sozial nicht integriert. Das ist für uns als Eltern nicht zu organisieren gewesen, da wir beide berufstätig sind.  Erst als im 2. Halbjahr Mathematik auf dem Lehrplan stand und sie die Aufgaben mit Leichtigkeit lösen konnte, kamen wir mit der Klassenlehrerin auf die Idee einer Testung  im Lese- Rechtschreibbereich und dieses Ergebnis war für uns eine Offenbarung, da wir jetzt wussten was mit unserer Tochter los ist.

Das ist eine Testserie, die der Kinderarzt verschreiben muss, die beim HNO Arzt verschiedene Tests beinhaltet, bei einem Psychologen und schließlich bei der Logopädin.

Darauf hin wurde sie bei der Logopädin und einem Ergotherapeuten gefördert aber zum Schuljahresende, obwohl wir alle Testergebnisse vorzeigen konnten und sie auch Anspruch auf einen Schulbegleiter gehabt hätte, hat uns die Klassenlehrerin deutlich gemacht, dass sie wünscht, dass sie die 1. Klasse wiederholt oder die Schule verläßt. 

Der Sinn hat sich für uns nicht gegeben, da sie kognitiv nicht mehr auf dem Stand einer Schulanfängerin war und das Lesen- und  Schreibenlernen begleitet gewesen wäre.

Aus diesem Grund haben wir uns auf die Suche nach alternativen Schulmodellen gemacht, weil wir das Gefühl hatten , dass sie anders besser lernen könnte.

Sie wurde an der Waldorfschule Landsberg angenommen, mit allen Problemen, die wir geschildert haben.

Rückblickend war die Klassengemeinschaft der Kinder untereinander an der Katharinengrundschule wunderbar. Sie hatte trotz ihrer Auffälligkeiten Freundinnen, die sich gegenseitig besucht haben und als die Spiele komplexer wurden, haben die anderen Kinder wie selbstverständlich, die Leseparts für sie übernommen und sie konnte mitspielen.

Als sie erfahren hat, dass sie an eine andere Schule gehen wird, hat sie 3 Tage das Bett nicht verlassen und wollte nicht essen und trinken. Erst als der Kinderarzt die dehydrierte 7 jährige in das Krankenhaus einweisen wollte, ist sie langsam wieder zu sich gekommen.

An der Waldorfschule zeigten sich bei ihr am Anfang die selben sozialen Probleme wie in der Regelschule, dies hat sich nach den ersten 2 Jahren beruhigt und der Epochenunterricht der sich intensiv mit einem Thema über 6 Wochen beschäftigt hat ihr gut getan. Wir als Eltern konnten nach den 6 wöchigen Elternabenden immer gut nachvollziehen was unser Kind lernt. Sie konnte ihre Hausaufgaben auch selbst erstellen und schaffen oder in der Gemeinschaft der Nachmittagsbetreuung erledigen. Die Selbständigkeit hat sie stolz gemacht.

Sie hat Stärken entdeckt wie handwerkliche Belange und Gestaltung aber auch große Schwächen in den Fremdsprachenfächern, Musik und den Ballsportarten. Obwohl wir im Vertrauen mit dem Klassenlehrer unsere Tochter im Förderunterricht wussten, hat sich das nach der 3. Klasse in einem Test als anders erwiesen, dass sie, nach Aussage der Förderlehrerin ab der 3. Klasse keinen Förderunterricht mehr bekommen hatte. Da die Legasthenie auch 7 weitere Elternhäuser betraf, haben wir an einer gemeinschaftlichen Lösung mit Hilfe einer  Logopädin gearbeitet. Wir organisierten ein Treffen mit den betroffenen Eltern, wo sich alle erstmals offen über ihre Kinder geäußert haben, über Versagensängste, Isolation, Kommunikationsverweigerung, Mobbing  bis hin zu Suizidgedanken.

Unsere Tochter hat seit ihrem ersten Lebensjahr eine schwere Hasel- und Birkenstauballergie.

Das äußert sich im Frühling durch eine aufblühende Haut, die mit Pusteln überseht ist vor allem in den Kniekehlen, Armbeugen, der Innenseite der Gliedmaßen und den Schleimhäuten. Es ist so, dass der Eiter aus den Wunden austropft.

Nachts kommen, falls sie trotz Schmerzen und dem Juckreiz einschläft Astmaanfälle dazu, so dass sie auf allen vieren springt und nach Luft keucht.

Wir haben das schulmedizinisch mit einer Desensibilisierung, Antihystaminika und medizinischen Bädern, Kortison und Schmerzmitteln über Nacht behandelt.

Mit einer Bioresonanztherapie über ein Jahr. Mit  homöophatischer Therapie, Akkupunktur, anthroposophischer Medizin, rythmischer Massage. Osteopathie.

 

Eine der Mütter an der Waldorfschule hatte die Courage uns mitzuteilen, dass ihr Sohn von einem Spiel unter Jungs mit  ihr berichtet hat, indem sie gejagt wird, quasi, wer sie berührt ist infiziert.

 

Unsere Tochter war stolz darauf, das auf dem Zeugnis stand, das sie nur einen Fehltag hatte.

 

In dem Treffen an der Waldorfschule, um zu einer Lösung der von Legasthenie betroffenen Kinder ging, anwesend der Klassenlehrer und 2 Förderlehrerinnen und die Eltern wurde erläutert, das die Waldorfschule Landsberg als Gymnasium eingetragen ist und dass Kinder die nicht den nötigen IQ hätten dort nicht´s zu suchen haben. 

Das ist wörtlich zitiert. Von einer Gruppentherapie zur Leserechtschreibschwäche wurde abgeraten.

So hat der Klassenlehrer bei dem Zeugnisgespräch zu Ende der 4. Klasse einen IQ Test für unsere Tochter verlangt, nachdem sie dann die 5. Klasse besuchen könne. Sie ist von diesem Lehrer so eingeschüchtert, dass sie sich die Fingernägel blutig reist und dem Klassenlehrer nicht in die Augen schauen kann.

Die  verschiedenen Tests an der Universität München sind so ausgefallen, dass die Empfehlung war, unsere Tochter auf die Gehörlosenschule nach München oder eine andere Sonderschule zu schicken.

Alle die unsere Tochter kennen, auch die Logopädin die sie betreut hat, konnten diese Empfehlung  nicht verstehen und waren entsetzt.

Da wir uns schon über die Sudburryschule Ammersee informiert hatten, war das für uns eine Alternative und Sie konnte aufgenommen werden.

Für unseren Sohn hatten wir uns an der Sudburryschule zum letzten Schulstart interessiert aber leider waren alle Plätze für dieses Alter schon vergeben, sodass er dann in der Grundschule Rott eingeschult wurde.

Er konnte mit 4 Jahren Zahlen lesen und zweistellig im Kopf rechnen. Schwimmen.

Beim Sport, Fussball und Skifahren wurde er in die höheren Altersgruppen eingeteilt und hat die Skirennen gewonnen. Im Fußballverein ist er geschätzt und der Trainer ist von ihm begeistert.

Er ist beliebt bei Kindern und Erzieherinnen im Kindergarten gewesen und hat in seiner Art in Gruppen etwas Ausgleichendes. Freundschaften waren in dieser Zeit selbstverständlich. Er ist interessiert an den Zusammenhängen der Welt und der Tagespolitik. Er werkelt mit Schere, Papier, Messer Holz, Hammer, Nägeln, Schrauben und macht Entwürfe in der Art technischer Zeichnungen. Er war im Kindergarten, bis auf die übliche Erkältung im Winter nie krank und voller Humor. Und hat sich auf die Schule gefreut.

Die Schule beginnt und wenn ich ihn nach dem Nachmittagsunterricht von der Schule abhole strahlt er mich an und sagt wie toll alles ist.

Die Hausaufgaben schafft er in der Hausaufgabenbetreuung der Schule nicht immer.

Das Rechnen mit den Fingern verwirrt ihn. Vor den Herbstferien sagt er, dass er schwach im Lesen sei. Da sind wir auch zum ersten Elterngespräch aufgefordert und die Klassenlehrerin teilt uns mit, dass er für die Regelschule nicht geeignet ist und hat uns alle alternativen privaten Schulen der Umgebung aufgezählt.

In den Heften steht, dass er schneller sein muss. Dann hat die Lehrerin einen Unfall und fällt bis Januar aus. Wir sorgen uns über den Fortschritt im Lesen und Schreiben und religiöse Beeinflussung, die ihn in Selbstzweifel wiegt und suchen vor den Weihnachtsferien das Gespräch mit dem Rektor.  Dieser beruhigt uns, dass jeder Lehrer selbst entscheidet wie das Tempo ist und wir uns nicht sorgen sollen.  Er auf den Religionsunterricht aber keinen Einfluss hat. Zu Beginn des Schuljahres wurde von der Klassenlehrerin mitgeteilt dass unser Sohn der einzige der Klasse ist der für Ethik angemeldet wäre und dieser Unterricht sei nachmittags mit anderen Klassen zusammen und wir haben uns entschieden, dass für ihn eine Klassendynamik besser sei. Schon zum ersten Elternabend haben andere Eltern sich nach dem Ethikunterricht erkundigt, was uns erstaunt hat. 

Um die Weihnachtszeit beginnt unser Sohn wiederholte Infekte zu haben. Das Zeugnisgespräch zum Halbjahr läuft für uns entspannt., da er ein braves Kind ist. Wir sprechen an, die Kinder positiv zu motivieren und ihnen nicht Schwächen einzureden. Er muss mehr lesen üben. Wir sprechen die Legasthenie der Schwester an. Wir fragen, wie er in Mathe gefordert werden kann. Die Antwort ist: „außerschulisch - privat“.

Die Hausaufgaben in deutsch strengen ihn stark an, er möchte alles richtig machen. Dann geht alles sehr schnell.  Er wacht in der Osterzeit morgens auf und kann sich nicht bewegen. Wir wissen nicht was los ist und er kommt mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus. Wir melden ihn in der Schule krank und möchten von der Klassenlehrerin wissen ob in der Schule was los war, er beim Sport gestürzt ist oder ähnliches, die Klassenlehrerin lehnt jede Verantwortung ab und meint, dass er ein durchtrainierter Junge sei und die Verspannungen nichts mit den Schreibübungen zu tun hätten.

Wir hatten am Vortag intensiv das scharfe s geübt

Er hat einen Hartspann im Nacken und mit starken Schmerzmitteln, Osteopathie und Massage erholt er sich nach 2 Wochen.

Als die Schule wieder beginnt klagt er über Bauchschmerzen und reflektiert, dass er in der Schule nicht gut mitkommt.  Er stöhnt und schreit im Schlaf, hat Alpträume.

Er hat keine Freundschaften geschlossen.

Dann kommt ein offizielles Schreiben von der Schule, dass unser Sohn seine Hausaufgaben nicht erledigt. Es sind 7 Seiten angefangene Hausaufgaben in Deutsch beigefügt, die auch noch aus seiner Krankenzeit stammen. Das Schreiben ist insofern nicht korrekt, da er in Mathe immer seine Hausaufgaben machte, zügig und fehlerfrei.

Wir bitten um ein Gespräch mit der Lehrerin, warum sie uns nicht kontaktiert, wenn es Probleme gibt.  Im Gegenüber antwortet sie, das hätte sie beim Zeugnisgespräch, welches zu dieser Zeit 3 Monate zurücklag getan und sie hat den Eindruck gewonnen, dass wir Eltern sind, die ihr Kind nicht unterstützen. Es würde ihr leidtun, dass unser Sohn solche Eltern hat. Birk könne sich nicht konzentrieren, nicht mit Stift, Papier und Schere, Kleber umgehen, sei motorisch unterentwickelt  und lernt als einziger in der Klasse das Lesen und Schreiben nicht, weil er zu Hause nicht unterstützt wird.

Es wird die Wiederholung der 1. Klasse empfohlen. Es wird nicht nach Lösungen gesucht. Einer Vertrauenslehrerin, dem Schulpsychologischen Dienst oder einer Testung auf Legasthenie. Später erfahren wir, von einer älteren Schülerin, dass die Klassenlehrerin unseren Sohn vorgeführt hat. 

Als in der Stunde alle Kinder mit ihren Aufgaben fertig waren und ein Gemeinschaftsspiel machen durften,  ist sie zu ihm gegangen und hat gesagt, dass er das Geschmiere nochmal machen soll.

In der nächsten Mathearbeit schreibt er, wie noch ein anders Kind eine 1 in Mathe.

Der größte Teil der Kinder wiederholt die Arbeit.

Die letzte Äußerung dieser Grundschullehrerin zu ihm in meiner Anwesenheit war, indem sie sich ganz nah an sein kleines  Gesichtchen gebeugt hat und mit maßregelnder Stimme verkündet hat, dass er sich merken solle, dass man niemals im Leben tun kann was man will, er solle mich fragen. Darauf habe ich schockiert geantwortet, dass es der Sinn des Lebens sei, dieses eben selbst zu gestalten und das dass eine Chance der Demokratie ist. 

Wir gehen wegen den Bauchschmerzen zum Kinderarzt. Dieser empfiehlt ihn zum Psychologen zu überweisen.

Durch unsere Tochter sind wir mit der Sudburryschule im Kontakt und er wird nach den Pfingstferien aufgenommen.

 

Erfahrungen als Sudbury-Eltern

In der Zwischenzeit hat  sich unsere Tochter, zu einem selbstbewussten engagierten Teenie entwickelt. Sie kann ihre Ideen, die sie schon immer hatte uneingeschränkt umsetzen.

Dazu gehört eine Back- und Kochleidenschaft die komplexe Rezepte und Menüs für viele Personen beinhaltet. Bei der ihr Rechen-, Organisationstalent und handwerkliches Geschick zusammenkommen. Sowie der ökonomische Aspekt. Und Ordnung. Und das Sinnliche.

Dazu gestaltet sie Tischkarten und Menükarten am Computer im Waldorfdesign. 

An der Schule hat sie eine Clique von gleichaltrigen Mädchen gefunden, die zusammen die Welt und gerade vor allem sich selbst entdecken und dabei an ihre Grenzen in der Gemeinschaft stoßen. Das wird an der Schule diskutiert und reglementiert, auf eine Weise, die zu Vertrauen führt.  Sie leitet jetzt die Schulversammlung und ist bei vielen Elterngesprächen dabei. Uns wurde mitgeteilt, dass sie die Schulregeln besser und schneller als die Lehrer auswendig kennt. Wenn ich die Mädels erlebe, z. B. liegen sie am See und hören sich gegenseitig Englischvokabeln ab. Sie hat sich gerade jetzt bei schönstem Sommerwetter an den Computer gesetzt und ein mehrseitiges Drehbuch geschrieben und ihrer Freundin geschickt. 

Im Frühling hatte sie zur typischen Allergiezeit, obwohl wir alle Therapien, außer den Antihistaminika abgesetzt hatten, nur leichte Rötungen an den bekannten Körperstellen und kein Asthma.

Unser Sohn ist inzwischen auch von der Logopädin getestet worden und wird ab Schuljahresbeginn eine Förderung bekommen. 

Er ist erst kurz auf der Schule und hat sofort Freunde gefunden und unser Garten ist wieder voller kleiner Jungs, die spielerisch zusammen in ihre Kinderphantasiewelten abtauchen und das an der Schule Erlernte verarbeiten

Er hat keine Bauchschmerzen mehr und keine Alpträume.

Notwendigkeit der Sudbury-Schule

Wir Menschen sind alle Individuen. Und Kindererziehung  ist so individuell, wie wir selbst individuell sind, geprägt durch unsere eigene Erziehung, kulturelle Werte, Erfahrungen. Aber eines haben wir alle gemeinsam. Wir lieben unsere Kinder und Eltern geben alles damit die Kinder gut dastehen und in ihr eigenes selbstbestimmtes Erwachsenenleben hineinwachsen können. Der Kompetenzerwerb an der Sudburyschule verläuft nicht wie an der Regelschule und es ist immer wieder überraschend wo die Interessen unser Kinder Wissen wachsen lassen

Für unsere Kinder und Lebenssituation ist die Sudburryschule Ammersee genau der richtige Ort Ihnen dieses zu ermöglichen. Wir erfahren ein respektvolles Gegenüber und sind beeindruckt davon, an einer Vision teilhaben zu können.

Wir wünschen, dass unsere Kinder sich selbstbestimmt entwickeln können und ihre Fähigkeiten austesten und schulen und wenn es an der Zeit ist, einen Mentor finden der seine Erfahrungen vermitteln kann und sie so wertvolle Mitglieder unserer  Gesellschaft werden. 

Wir als Eltern schämen uns, besonders unserer Tochter gegenüber, dass wir den Institutionen  mehr vertraut haben als unserer Intuition den Kindern gegenüber und ihre sozialen Auffälligkeiten kritisiert haben und erst, nach 11 Jahren, während der Zeit an der Sudburyschule, haben wir die Persönlichkeit unserer Tochter sehen und erleben dürfen und hoffen, dass das Vertrauen zwischen uns neu wächst und Verletzungen heilen. 

Wir sind in einem Konflikt der unseren Alltag gerade zum Alptraum macht.

Wir wünschen, dass unsere Kinder zur Schule gehen und Normalität einkehrt. 

Aber es gibt keine Schule, die unsere Kinder haben will.

Unser Sohn bekommt wieder Alpträume und unsere Tochter verfällt in alte Muster und hat Allergieschübe, obwohl keine Allergiezeit ist.

Sudbury Schule Ammersee

Über die Schule

 „Eine freie-demokratische Schule ist zuallererst ein Ort, an dem Kinder sich gut aufgehoben und frei fühlen.“ 

Absolventin einer Sudbury Schule

 

 

 

Seit rund 50 Jahren gibt es Sudbury-Schulen auf der ganzen Welt. Neben der freien Selbstentfaltung wird den Schülern ermöglicht, ihre Lernumgebung auf demokratische Weise zu gestalten. Vertrauen, Freiheit, Verantwortung und Respekt stehen im Mittelpunkt dieser Schulen.

Die Sudbury Schule Ammersee stellt eine Chance dar, mit Mut neue Wege einzuschlagen und dabei die Bedürfnisse des Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.